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Der Dirigent

Pang Kapang

Den Posten des Chefdirigenten des Orchesters hält derzeit der ambitionierte Dirigent Pang Kapang inne. Er wurde1965 in der Provinz Anhui geboren. 1985 begann Pang Kapang ein Studium an der Fakultät für Komposition und Dirigat an der Musikhochschule in Shanghai. Nach zwei Jahren wechselte er an die Dirigenten-Fakultät des zentralen Konservatoriums in Beijing und lernte bei den renommierten Professoren Xu Xin und Zheng Xiaoying. 1990 schloss er mit einem Diplomzeugnis für ausgezeichnete Absolventen ab. Bereits während seines Studiums hatte er das begehrte Shen Xingong-Stipendium für Musikstudenten erhalten und nebenberuflich die chinesische Jugendphilharmonie dirigiert. Nach seiner Diplomarbeit wurde er von der Pflicht einer Aufnahmeprüfung für das nachfolgende Magisterstudium befreit und studierte anschließend bei der renommierten Professorin Zheng Xiaoying. Zwei Jahre später erwarb Pang Kapang den Magistertitel. In seinem Studien-Abschlusskonzert interpretierte der begabte Jung-Dirigent erfolgreich die Sinfonie Nr. 5 von Dimitrij Schostakowitsch. Seine Magisterarbeit mit dem Titel: „Über die Interpretation eines Musikwerkes durch den Dirigenten“ wurde von der Jury als „kenntnisreich, wissenschaftlich wertvoll, mit klarer These und Logik“ beurteilt.

Im August 1996 nahm das junge Talent auf Einladung am 35. Internationalen Kirill Kondrashin Dirigentenkurs der Meisterklasse am niederländischen Hil Versum teil. Pang Kapang lernte bei bekannten Dirigenten wie Edward Downes und Peter Eotvos und wurde für seine Leistungen mit dem Kondrashin-Preis ausgezeichnet.

Bereits ein Jahr später, im Juni 1997, wurde Pang Kapang von der amerikanischen Dirigentengesellschaft ausgewählt und zu einer weiteren Ausbildung in die ukrainische Hauptstadt Kiew geschickt. Hier lernte er bei den weltbekannten Dirigenten Gustav Meier, Mendi Rodan, Robert Gutter und Roman Kofmann. Er dirigierte zweimal erfolgreich die nationale Philharmonie der Ukraine und schloss seine Ausbildung als Bester seiner Klasse ab.

Seit 1998 arbeitet Pang Kapang als Chefdirigent beim China Broadcasting Traditional Orchestra. Er setzt den von dem verstorbenen Meister für traditionelle Musik, Peng Xiuwen, vorgezeichneten Stil fort nach dem Motto „gehoben und intelligent, leidenschaftlich und unbefangen“. Sein Plädoyer lautet: der chinesischen traditionellen Musik sinfonischen Charakter verleihen und Chinas Gegenwarts-Orchester mit philharmonischen Attributen ausstatten. Durch sein Wirken gewann das Orchester neue Vitalität.

Als aktiver junger Dirigent auf chinesischen und internationalen Musikbühnen dirigierte Pang Kapang auf Einladung die japanische Kyushu-Philharmonie, die Hongkonger Philharmonie, die staatliche Philharmonie der Ukraine und das Dongfang-Sinfonieorchester. Darüber hinaus gestaltete er erfolgreich gemeinsame Aufführungen mit der bekannten US-Orgelkünstlerin Dr. June Kean und der in den USA lebenden koreanischen Cellistin Gao Fengchen.

In den Jahren 2000 und 2001 dirigierte er zweimal im Goldenen Saal des Musikvereins Wien erfolgreich „Das chinesische Neujahrskonzert ins Jahr des Drachen“ und „Das Sinfoniekonzert der traditionellen chinesischen Musik im neuen Jahrhundert“. Anfang 2002 beteiligte er sich an der Veranstaltung des „UN-Jahres des Dialogs zwischen den Kulturen“ und dirigierte „Das Neujahrskonzert“ im Saal der Vereinigten Nationen im Genf.

Kritiker beschreiben seine Interpretationen als Werke „voller Vitalität und Leidenschaft“, seine Handbewegungen als „schnell und graziös“, „Pang Kapang besitzt einen ganz eigentümlichen Charakter“ (Musikwoche Beijing, Feb. 1993). Andere Berichterstatter wiederum sehen ihn als „musikalisch sehr sensibel mit einem großen Potenzial. Er wird sich bestimmt noch weiter entwickeln“. (Beijing Time, Beijinger Abendzeitung, China Music, China Daily, Dez. 1992). Laut der österreichischen Zeitung „Kurier“ erinnert der Dirigierstil Pang Kapangs an Seiji Ozawa und Riccardo Muti.